Coaching und Supervision

In der lösungsorientierten Beratung gehen wir davon aus, dass die KlientInnen über viele Ressourcen verfügen, von denen sie gar nicht wissen, dass sie existieren. Während Freud im Unbewussten eine Instanz gesehen hat, die es gilt zu kontrollieren (Herr darüber zu werden), betrachtete es M. Erickson als eine Quelle von Kompetenzen und Ressourcen. Das heisst auch: viele Antworten auf persönliche Fragen können aus dem Unbewussten heraus gefunden werden. Coaching verwendet dabei Techniken aus diversen Richtungen der humanistischen Psychotherapie, um diese Fragen bergen zu können. Somit ist die Beratung immer individuell und einzigartig, Allerheilmittel und Patent-Rezepte haben nichts zu suchen ...

Dies bedeutet jedoch auch viel Arbeit für die KlientInnen. D. h. nicht der Coach 'weiss' die Lösung, sondern er erarbeitet sie zusammen mit der KlientIn. Die Lösung wird dabei immer wieder auf Auswirkungen geprüft, auf angenehme wie auch auf unangenehme. Denn der Glaube an die Kompetenz der KlientIn verspricht, dass jedes Problem auch seine positiven Seiten hat. Und jede Lösung hat ihren Preis. Vorbei sind die Zeiten, in denen unmündige, inkompetente KlientInnen zu den Coaching-Gurus wanderten, um sich von denen sagen zu lassen, wie es wirklich richtig ist.
Wie N. Mandela einst sagte: 'Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein ...'. Im Coaching geht es somit auch darum, die Angst vor den eigenen Kompetenzen zu verlieren und zu lernen, diese Kompetenzen klug und bewusst einzusetzen.

Der Mensch handelt, davon gehen wir aus, immer aus guten Gründen - auch wenn ihm die Beweggründe für sein eigenes Handeln im Moment nicht klar sind.  In der Arbeit ist es hilfreich, die unbewussten Absichten ans Licht zu bringen. Erfahrungsgemäss sind die Absichten immer konstruktiv. Wenn es dabei schief heraus kommt, wurden die aus den Absichten entstehenden Handlungen meist nicht auf ihre Auswirkungen überprüft. Hier liegt wiederum die Verantwortung des Coaches, mit der KlientIn diese Auswirkungen zu überprüfen und klar zu machen. Wodurch sich die Wahlfreiheit der KlientIn erhöht, da sie nun besser abschätzen kann, worauf sie sich mit ihren Handlungen einlässt.

Coaching sehen wir also als einen Suchprozess, in dessen Verlauf wir die KlientInnen gerne unterstützen.